Amsterdam

Wir haben uns getraut und sind übers Wochenende nach Amsterdam geflogen! Was früher eine Selbstverständlichkeit war und wenig Planung bedurfte, war nun mega aufregend. Aber auch mega gut!

Los ging es Freitag früh von Tegel aus. Wir konnten kostenlos Buggy und Autositz mitnehmen, was sehr praktisch war für die Taxifahrt und später als Kinderwagenersatz. Das Einchecken ging problemlos und auch den Sicherheitscheck hatten wir schnell hinter uns. Der kleine Mann zeigte sich bis dahin unbeeindruckt und hielt dann erst einmal ein Schläfchen im Tragetuch.

Dann ging es los. Ich stieg als letzte ein, damit der Kleine möglichst lange noch weiterschlafen konnte. Leider gelten auch für Babys Sicherheitsanweisungen. Schwierig sag ich nur. Also musste er raus aus dem Tragetuch. Angeschnallt, nach vorne gerichtet sollte er sitzen. Ja, ja… mpfh… Wach war er dann natürlich. Aber Gottseidank guter Dinge. Zum Druckausgleich habe ich ihn dann beim Abflug doch heimlich gestillt. Aber pssst..! Alles lief hervorragend.

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Erst zum Landeanflug kippte die Stimmung. Müdigkeit machte sich breit und auf meinem Arm wollte der Herr nicht einschlafen. Schon gar nicht im sitzen nach vorne gerichtet. Also wurde gemeckert. Aber es hielt sich im Rahmen. Die bösen Blicke kriegten wir dann also doch noch! Ha!

Den ersten Tag verbrachten wir bei Freunden ausserhalb von Amsterdam. Wir quatschten, gingen spazieren und aßen zusammen. Ich fühlte mich so gut wie lange nicht mehr. Man kann mit Kind doch etwas schrullig werden, wenn man die meiste Zeit alleine verbringt und sich nur mit dem Sohnemann unterhält.

Am nächsten Tag ging es dann zurück nach Amsterdam. Wir hatte ein Hotel gebucht, welches nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt liegt, damit wir die Stadt gut zu Fuss erlaufen konnten und am nächsten Tag auch wieder gut zum Flughafen kamen.Und es war großartig. Das Zimmer war riesig und hell und für Willem gab es ein richtiges Holzbett mit Sternchen-Laken. Am liebsten hätten wir den ganzen Tag nur auf dem Zimmer verbracht.

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Wir konnten uns dann aber doch noch losreißen und spazierten durch die Stadt. Wir hatten keinen Plan und somit auch keinen Zeitdruck. Wir waren beide schon in Amsterdam gewesen und so kam beim Schlendern durch die Gassen auch kein schlechtes Gewissen auf weil man womöglich was verpassen könnte.

Den Abend verbrachten wir auf dem Zimmer. Wir hatten das Babyfon vergessen, doch das machte uns eigentlich auch nichts aus. Da das Zimmer so groß war, konnten wir Willem einfach in den dunklen Teil des Zimmers schieben während wir es uns auf dem Bett gemütlich gemacht hatten und den Zimmerservice kommen ließen!

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Dann kam auch schon der letzte Tag. Bitterkalt war es, aber wir liefen wieder los. Doch auch dann zeigte sich Amsterdam von seiner besten Seite. Wir liefen am Anne Frank Haus vorbei, welches ja schwer zu übersehen ist, die Schlange zieht sich ja meistens um den ganzen Block. Nie war ich drin gewesen. Genau aus diesem Grund. Stundenlang anstehen war einfach nicht mein Ding. Wir waren uns in diesem Moment aber nicht ganz einig wohin wir weiter laufen sollten, also entschieden wir uns, uns einzureihen um zu schauen wie weit man in 10 Minuten kommt. Nicht weit kann ich sagen, aber das war nicht mehr wichtig denn ein netter Herr kam auf uns zu als er das Baby im Tuch sah und schleuste uns an der Schlange vorbei. Super kinderfreundlich. Noch nie ist mir so etwas hier aufgefallen.

Am Abend ging es dann zurück zum Flughafen. unser Flug ging um halb 9. Da Willem normalerweise um 7 ins Bett geht, war der Plan, dass er bis zum Einstieg auf dem Arm einschläft. Aber wir hatten diesen Plan wohl schlecht mit Ihm abgestimmt und er  hielt sich natürlich nicht daran. Wir saßen bereits im Flieger und er war immer noch wach. Müde war er, keine Frage, doch in den Schlaf kam er nicht. Immer wenn wir dachten nun hat er es geschafft ist er wieder hochgeschreckt. Es schaukelte sich hoch in hysterisches Geschrei. Ich zählte auf die Schnelle 145 neue Feinde und auch der Tower hatte kein Mitleid. Der Start verzögerte sich, es gab keine Starterlaubnis.

Ich muss in diesem Moment göttlich ausgesehen haben. Wie ich mit Schweissperlen auf der Stirn, sitzend auf und nieder gewippt bin und mehr oder minder leise Melodien vor mich hin gesummt habe währenddessen mein Baby unter der Bluse.

Dann endlich ging es doch los und von dem Moment an wo die Turbinen angingen war er eingeschlafen. Und wachte auch nicht mehr auf bis um 2 Uhr als er wieder Hunger bekam.

War es stressig? Ja, teilweise schon. Würde ich es wieder machen? Jedes Wochenende wenn es nur ginge. Es war ein traumhaftes Wochenende, ein kleiner Ausbruch aus unserer Routine. Es war fast wie früher nur viel besser.

One thought on “Amsterdam

  1. Ihr Reiselustigen🙂 Schön, dass ihr so eine tolle Zeit hattet und die schönen Momente den Stress überwogen. Mir wäre das zu viel, deshalb muss unsere Reiselust in fernere Gefilde etwas warten. Ich fahre ja noch nicht mal großartig Bahn mit Hugo in Berlin – das kann alles warten. Was wir vorhaben: mit dem Wohnmobil durch die Länder zu tingeln. Aber Ostern geht es nach Süddeutschland, bequem mit dem Auto …
    Bin gespannt, ob ihr bald wieder verreist und wo es euch hinverschlägt.

    Wenke

    http://www.inguterhoffnung.wordpress.com

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