5 Wochen Südafrika mit Baby – Woche 1

Zu lange ist es mittlerweile her. Die Realität hat uns schon lange wieder und eigentlich wollte ich schon tausendmal alles niederschreiben, doch nie hab ich´s gemacht. Ich möchte nicht behaupten, dass nie Zeit war, denn das wäre gelogen, aber ich konnte mich nicht aufraffen.

Aufgeregt waren wir. Sehr aufgeregt. An alles wollten wir denken und so hatten wir die Koffer voll mit Babynahrung, Milch, Reisebett, Windeln etc. etc. Auf alles waren wir gefasst. Nur nicht auf Niklas.

Immer wieder gingen die Sturmwarnungen durch die Medien, doch unser Flug wurde weiterhin als planmässig angezeigt. Also fuhren wir freudig zum Flughafen, checkten ein und setzten uns in die Wartehalle vor dem Gate. Und dort warteten wir. Sehr lange. Zunächst hatten wir 20 Minuten Verspätung doch schnell wurde daraus eine unbestimmte Verspätung. Das Stimmungsbarometer sank, denn uns wurde klar, dass wir den Anschlussflug nach Kapstadt wohl nicht bekommen würden. Umbuchen war nun aber auch erst einmal nicht möglich, denn wer eincheckt und Koffer aufgibt kommt aus dieser Wartehalle auch nur noch in eine Richtung hinaus. Uns graute es vor einer Übernachtung in London. Erst nach 2 Stunden kam dann die lang ersehnte Nachricht, dass der Flieger nun zum Einsteigen bereit sei. Mit Baby erscheint einem diese Wartezeit, in der man den Animateur macht, um ja nicht die Stimmung zum kippen zu bringen, noch länger und wir waren schon am Aufatmen als die weitere Nachricht durchgegeben wurde. `Leider wird dieser Flieger aber ohne Gepäck fliegen` What!?!?!? Eine Nacht in London in unbekanntem Hotel, mit Kind und OHNE Gepäck? Nö. Und schon wieder standen wir bei der verzweifelten Dame der Airline. Nun wurden wir doch auf den nächsten Tag umgebucht. Wir sollten draussen unsere Koffer abholen und dann einfach am nächsten Tag fliegen.

An diesem Tag ist leider das Lost & Found Büro umgezogen und deren System abgestürzt und es sind 8000 Koffer abhanden gekommen. So auch unsere.

Sebastian versuchte noch verzweifelt, doch noch an Informationen bezüglich unserer Koffer zu kommen und blieb bis Mitternacht in Tegel und war auch am nächsten Tag gleich um 7 wieder auf deren Matte, aber es blieb aussichtslos.

Das ganze hatte aber auch etwas Gutes. Unsere Angst vor dem 11 Stunden Flug London-Kapstadt mit Willem war am nächsten Tag wie weggeblasen. Es war uns egal wie der Flug wird. Hauptsache wir kommen überhaupt weg! Wenn das eigene Leid groß genug ist, ist einem das Leid Mitreisender durch das Geschrei des eigenen Kindes schnuppe. Pah! Mir hätte mal einer kommen sollen! ich war auf alles gefasst und freute mich nur so auf den Moment mal ordentlich Dampf abzulassen. Doch der Moment kam nicht. Wir erlebten einen der angenehmsten Flüge unserer Geschichte. Es waren gefühlt mehr Kinder an Bord wie Erwachsene und all diese Kinder fielen wie durch Zauberhand um spätestens Mitternacht in einen ruhigen Schlaf. So auch das eigene. Von den 11 Stunden Flug, schlief Willem 10.

So kamen wir also halbwegs entspannt in Kapstadt an, gaben noch einmal einen Suchantrag für unser Gepäck auf und holten unseren Mietwagen ab. Ohne Gepäck reist es sich dann doch recht leicht. Schnell waren wir bei unserem Apartment in Gardens  angekommen, welches wir im Voraus über AirBnB gebucht hatten und auch Auspacken mussten wir ja nicht. Höhö.

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All die Gedanken die wir uns zuvor über Nahrung, Windeln, Schlafen gemacht hatten… Wer hätte es gedacht wir sind auch so wunderbar ausgekommen. Es gibt überall sehr gute Supermärkte, die bei weitem ein besseres und vielfältigeres Sortiment haben wie die üblichen hier in Deutschland. Windeln sind teuer, aber Pampers gibts halt auch überall. Auch Herr Hipp war im Regal vertreten, doch bei der Auswahl von Gerichten anderer Anbieter blieb er dort auch. Woollies babies war unser absoluter Favorit neben frischem Obst und Gemüse versteht sich.

Die erste Woche ging einfach nur so an uns vorüber. Das Reisen ist nun als Familie doch sehr anders wie zuvor. Klar malt man sich den Reisealltag vorher aus und weiß grundsätzlich ja auch, dass das übliche Pensum nun bei weitem nicht mehr eingehalten werden kann, doch wir mussten uns dann auch noch einmal live anpassen. Mehr als einen kleinen Ausflug pro Tag haben wir nicht gemacht. Mindestens ein Mittagsschlaf wurde im Apartment abgehalten und spätestens um 6 waren wir auch wieder zurück. Statt romantische Dinner gab´s  Scrabble und Stir fry.

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Unser erster Ausflug ging zur V&A Waterfront. Eigentlich sollte dies nicht gerade unser erster Ausflug sein, da wir aber dringend Kleidung zum Wechseln brauchten musste erst einmal ein Shopping Center her. Die Victoria Wharf ist dann aber auch ein besonders schönes Exemplar eines Shopping Centers. Alle gängigen Marken sind vertreten und die Lage direkt am Hafen ist wirklich einzigartig. Schnell sind da ein paar Stunden um und nach einer Stärkung ging es wieder zurück.

Weitere Ausflüge in den nächsten Tagen gingen zu den Kirstenbosch Botanical Gardens (Wunderschön! Unbedingt ein Picknick machen!), Company´s Gardens und auf den Tafelberg (Tickets unbedingt vorher online kaufen).

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Und am 6. Tag kamen dann endlich auch unsere Koffer.

Unser Fazit der ersten Woche: Kapstadt gilt zurecht als Mother City. Das Meer, die Berge und die City. Und bisher waren wir noch nicht zum Kap der guten Hoffnung vorgedrungen! Absolut fesseln und atemberaubend schön. Und Urlaub als Familie? Anders und anstrengender aber auch schöner.

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