5 Wochen Südafrika – Woche 2

Von Kapstadt ging es auf nach Swellendam. Das Auto wollte auch mal ordentlich genutzt werden. Zum ersten mal auch bis oben hin mit Gepäck bepackt machten wir uns auf den Weg. Die Fahrt dauerte nur 2,5 Stunden und wir legten eine Pause in einem sehr schönen Farmstall ein um uns zu stärken und Willem ein wenig frische Luft und Bewegung zu gönnen. Die Fahrt planten wir genau auf seinen Mittagsschlaf, sodass er einen Großteil davon ohnehin verschlief. So hielten wir es auch den Rest der Reise. Das nächste Ziel war nie länger als 3 Stunden entfernt und wir fuhren immer zur Mittagsschlafzeit. So gab es nie Probleme.

Swellendam ist die drittälteste Stadt Südafrikas und wirklich sehr beschaulich. Wir hatten uns in ein kleines Cottage eingemietet, unweit der Mainstreet. Es gab einen Pool, einen Hund und Hühner. Willem war glücklich. Jeden Morgen robbte er aufgeregt zum Fenster wo Emma, die Hofhündin, bereits auf Ihn wartete und ihn freudig begrüßte.

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Wir waren auch nach einer Woche noch immer recht unsicher und wollten die Grenzen nicht zweit ausreizen, wie viel wir Willem wohl zumuten konnten. So blieb auch hier unser Programm noch sehr überschaubar.

Wir gingen spazieren, essen und machten Mittagsschläfe und den zweiten Tag fuhren wir in den Bontebok National Park. Dieser ist der kleinste der südafrikanischen Nationalparks und schützt vor allem die Buntböcke. 200 Exemplare gibt es Park zusammen mit Kap-Grus-Böcken, Grey Rhebok, Bergzebras und Springböcken.

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Man erkundet ihn mit dem eigenen Auto oder auf einem der kurzen Wanderwege.

Wir beschränkten uns hauptsächlich auf die Erkundung mit dem Auto, da dies problemlos auch mit Kind möglich war, auch bei recht hohen Temperaturen. Wir hatten Glück und erspähten schon bald Buntböcke und auch Zebras. Es war bei weitem nicht zu vergleichen mit dem Krüger NP oder auch Addo, aber uns machte es sehr glücklich. Auch für diesen Ausflug hatten wir uns die 3 Stunden Grenze gesetzt und sind damit auch wunderbar ausgekommen.

Von Swellendam ging es als nächstes weiter ans Meer. Wilderness war unser nächstes Ziel.

Wilderness ist ein hübscher kleiner Ort, aber sehr auf den Tourismus ausgelegt. Es gibt viele Hotels und Resorts und einen traumhaften Strand. Diesen kriegten wir leider nur in absolut dichten Nebel gehüllt zu Gesicht. Die gesamten 3 Tage hingen dicke Nebelschwaden über dem Gebiet. Es war wie eine Wand . 20 Minuten weiter war wieder strahlender Sonnenschein. Sehr faszinierend doch auch recht kühl. Wir hatten uns ein Cottage abseits des Ortes in der Wilderness Lakes Area gemietet und hätten nicht glücklicher sein können. Die Natur war einfach spektakulär und die Gastgeber unglaublich hilfsbereit und freundlich, wir genossen die Ruhe sehr. Es ist ein traumhaftes Gebiet für Wanderungen und Vogelbeobachtungen. Sehr zu empfehlen ist auch der Garden Route National Park.

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Einen Nachmittag waren wir den Nebel dann leid und machten uns auf in die kleine Karoo. Genauer gesagt nach Oudtshoorn. Die Fahrt war wirklich beeindruckend. Der Wechsel der Vegetationen in kürzester Zeit. Von der kühlen und feuchten Küste in die rötlich, trockene und sehr heiße kleine Karoo dauerte es nur anderthalb Stunden und die Passstrecken sind traumhaft. Unser Fotoarchiv ist in wesentlichen Punkten leider aber sehr beschränkt! Da der kleine Mann immer aufwachte, sobald wir den Motor abstellten, gaben wir zwar so einige Ahhhs und Ohhhs von uns während der Fahrt, doch wir hatten dadurch nie die Möglichkeit einen längeren Ausblick zu genießen und diesen vielleicht auch festzuhalten. So ist das dann.

In Oudtshoorn machten wir Touristenprogramm und besuchten eine Straußenfarm. Im Nachhinein würde ich das aber nicht noch einmal machen. Es war ganz unterhaltsam, mehr aber auch nicht.Der Weg hin und zurück war definitiv eher das Highlight.

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Ein wirklich sehr gelungenen Nachmittag verbrachten wir dann aber auch im Timberlake Organic Village wenige Kilometer weiter östlich. In diesem Village werden Bioerzeugnisse in kleinen Geschäften verkauft und es gibt zwei Restaurants mit wirklich fabelhaftem Essen. Ausserdem gibt es einen Klettergarten und einen Spielplatz.

Vielleicht war es mein erstes Glas Wein seit 17 Monaten. Oder die Live Musik. Oder eine Kombination aus Beidem, aber dieser nachmittag war einer der schönsten der ersten zwei Wochen.

Mein Fazit der zweiten Woche: Wir waren nicht gefasst auf die Schönheit dieses Landes und vor allem nicht auf die Menschen. Es war nie ein Problem mit einem Baby unterwegs zu sein. Im Gegenteil! Die Menschen freuten sich. Wir bekamen die besten Plätze im Restaurant, wir mussten nie Anstehen und man kam sofort ins Gespräch. Willem wurde konstant von fremden Menschen bespaßt. Im Supermarkt, auf der Strasse oder im Restaurant. Er freute sich wie Bolle. Es wäre eigentlich die Zeit des Fremdelns gewesen, doch dazu ist er wohl nie gekommen. Er hatte keine Scheu. Es bricht mir  jetzt manchmal das Herz wenn er nun hier in der Bahn Fremde angrinst und nach einer Weile ganz enttäuscht schaut weil niemand hier Kuckuck mit ihm spielen möchte.

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