5 Wochen Südafrika – Woche 3

Auf ging es nach Plettenberg Bay. Die Unterkunft in Plett war schon lange im Voraus gebucht, da es in den Ferien auch ein sehr beliebtes Reiseziel der Südafrikaner ist und es schnell zu Engpässen kommen kann. Allerdings war ich im Januar wohl noch ein wenig zu optimistisch in Bezug auf die Wetteraussichten. Uns war klar dass es nun bereits Herbst wurde, doch ich hatte da wohl eher romantische Bilder eines Altweibersommers im Kopf als 12 Grad Celsius und Dauerregen.

Gebucht hatte ich ein sehr minimalistisches Holz-Cottage abseits des Ortes in traumhafter Landschaft. Ich hatte mir das sehr romantisch vorgestellt. Die Realität war anders.

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Nichts gegen das Cottage, das war wirklich sehr schön. Doch auch kalt. Es gab keine Heizung und es hörte auch nicht auf zu regnen. So saßen wir also statt draußen auf der Terrasse am Grill, drinnen dick eingepackt auf der Couch. Hinzu kam ein Begriff der uns bis dato völlig unbekannt war: Load shedding. Der Südafrikanische Energieversorger Eskom ist seit einigen Jahren nicht mehr in der Lage 100% des Energiebedarfs des Landes abzudecken. Daher wird, zum gleichmässigen und `gerechten` Verteilen des Mangels, ganzen Regionen zeitlich begrenzt nach einem Plan, die Stromversorgung abgeschaltet. Teilweise mehrmals am Tag für bis zu 2,5 Stunden. So auch dort. Punkt 20 Uhr war alles aus. Zappenduster war es. Man konnte die Hand vor Augen nicht mehr erkennen. Als Stadtkinder waren wir noch nie in einer solchen Dunkelheit. Mitten im Nirgendwo und dazu auch noch bedeckter Himmel, sodass auch der Mond nicht half. Wir versuchten cool zu bleiben. Aus einer nahen Löwenauffangstation hörten wir es brüllen. – Nicht sehr hilfreich. Ansonsten: Nichts. Keine Menschenseele. Bis unsere Autoalarmanlage ansprang.

Was soll ich sagen. Am nächsten Tag zogen wir in ein Hotel mit Heizung und einem Notstromaggregat im Ort. Es war zwar nichts passiert und die Alarmanlage wurde offenbar nur von einer Motte im Innenraum ausgelöst doch noch so eine Nacht konnten wir uns nicht vorstellen. Wir Memmen.

Nebenbei erwähnt: Diese Nacht hat Willem so gut wie danach nie wieder geschlafen. Er hat von all unserer Aufregung nichts mitbekommen und hat tief und fest geschlafen. Zwischen seinen Eltern mit ihren weit aufgerissenen Augen.

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Plettenberg Bay ist ein sehr hübscher und sehr touristischer Ort mit Sylter Charme. 4 Nächte würde ich hier wohl nicht mehr bleiben. Das kann aber auch mit dem andauernden Regen zusammen hängen. Naja nein. Der Ort kam mir doch schon sehr elitär vor und das ist absolut nicht meins. Lecker gegessen haben wir dort aber. Enrico ist ein sehr schönes Fischrestaurant am Meer mit wahnsinnig gutem Essen.

Da diese Tage als Strand- und Erholungstage vorgesehen waren mussten wir umplanen und unternahmen einen Ausflug. Ziel war die Suspension Bridge am Storms River Mouth in der Tsitsikamma Section.

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So hätte es aussehen sollen… Hat es aber nicht. Bis zur Brücke sind wir leider erst gar nicht gekommen. (Bild von Africa Geographic)

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Es hat Hunde und Katzen geregnet. Wir waren innerhalb von Sekunden bis auf die Unterwäsche nass und der Weg dorthin war steil und rutschig. Das haben wir uns nicht zugetraut. Also sind wir nach einem Kaffee im dazugehörigen Souvenirshop (stöhn) wieder umgekehrt. Ein Satz mit X.

Wir blieben noch eine Nacht um dann vorzeitig weiter zu fahren.

Die Analyse des Wetterberichtes ergab, dass unsere Weiterfahrt in Richtung Addo Elephant Park unter keinem guten Stern stand. Wir waren zusammen mit der Schlechtwetterfront in Richtung Osten unterwegs. Also beschlossen wir umzukehren. Ohne Kind wären wir wahrscheinlich weiter gefahren, doch mit war der Faktor Wetter doch recht stimmungsbestimmend. Wir hätten ansonsten weiterhin viel Zeit drinnen verbringen müssen und das war einfach nicht Sinn und Zweck der Reise. Also auf in die Sonne.

Auch wenn es die richtige Entscheidung war, bin ich doch ein wenig enttäuscht Addo verpasst zu haben. Wir haben somit auch nur wenig Wildlife mitbekommen und eigentlich war das auch einer der Punkte auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Dumm. So müssen wir wohl nochmal hin… (yes!)

Unser nächstes Ziel hieß Mossel Bay. Wir fanden ein einfaches aber sauberes Hotelzimmer in The Point direkt am Meer und besichtigten das St. Blaize Lighthouse sowie den St. Blaize Cave in dem früher Koi gelebt haben. Auch hier gab es einen tollen Ausblick.

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Das Wetter heiterte tatsächlich auf. Es war zwar immer noch recht kühl und windig aber die Sonne ließ sich des öfteren wieder blicken.

Zu dieser Zeit scherzten wir recht häufig darüber, wie lange wir denn jetzt schon unterwegs seien und das doch gerade erst die Hälfte um ist. Wir vergaßen die Zeit. Selten wussten wir was für ein Wochentag ist und erst recht nicht was für ein Datum. Mir ist recht spät erst aufgefallen, dass wir Ostern anscheinend völlig verpasst hatten. Man sah zwar die Schaufensterdekorationen und die Häschen im Supermarkt, doch ich kann nicht genau sagen an welchem Ort wir am Ostersonntag waren. Aber das war auch das Gute. Wir genossen einfach nur den Moment. Das weiteste was wir im Voraus planten, war was wir wohl als nächstes essen würden. Klar litten wir auch weiterhin unter Schlafmangel und waren am Ende des Tages erschöpft, doch unsere Köpfe waren frei und wir genossen so sehr unsere gemeinsame Zeit als Familie.

3 thoughts on “5 Wochen Südafrika – Woche 3

  1. Hallo ihr Lieben,

    es tut einem sehr leid zu lesen das euch das Wetter so übel mitgespielt hat.
    Ja, ihr solltet auf jeden Fall noch einmal hinfahren… Wir hatten jetzt im Mai eine sehr schöne Zeit und viel Glück mit dem Wetter.
    Schaut doch mal in unsere Reiseberichte auf http://www.petras-reise-Blog.de – vielleicht sind verwertbare Tipps dabei😊
    Leider sind erst 9 von 23 Berichten fertig… Es folgt also noch so einiges.

    Wie auch immer wünsche ich ein schönes Wochenende und Allzeit gute Reise

    Die Petra

    • Danke Petra!
      Ja vielleicht ist es sogar ganz gut noch so viel auf der Liste offen zu haben. Ich möchte auf jeden Fall ganz bald noch mal fliegen. Und dann wollen wir ja auch nochmal hin wenn der Kleine größer ist um auch den Krüger NP zu sehen. Das ist momentan Nr.1 auf meiner Bucket List.
      Ich schau gleich mal bei Dir vorbei!
      Dir auch ein schönes Wochenende.
      Liebe Grüße…

      • Die Berichte zu Addo und KRUGER kommen noch… Es war einfach unvergesslich. Südafrika macht verliebt😊😊😊

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