5 Wochen Südafrika – Woche 4

Weiter geht´s!

Von Mossel Bay aus waren wir erst einmal ein wenig unschlüssig. Wir wollten nicht länger als 2,5 Stunden unterwegs sein zum nächsten Standort. Wir hatten uns ein paar Optionen im Internet angeschaut, doch die meisten Unterkünfte waren nur für Kinder über 6 Jahre. Einen Plan gab es ja nicht und Gottseidank auch keinen Zeitdruck. So entschlossen wir uns zunächst nochmal eine Nacht in Swellendam zu bleiben. Der Ort war ein guter Ausgangspunkt für weitere Routenoptionen.

Das Cottage unserer ersten Durchreise war leider belegt, so fuhren wir ein anderes Guesthouse an. Welch Glück! Das Guesthouse lag auf der anderen Seite des Ortes, die wir beim ersten mal völlig vernachlässigt hatten, dabei war diese bei weitem schöner. Die Unterkunft selbst war bereits ein Traum. Unser Zimmer war sehr groß mit einer Terrasse und Blick in den wunderschönen Garten. Es gab, wie in fast jeder Unterkunft unserer Tour, complimentary Kaffee, Tee und Rusks. Der Garten hatte einen sehr schönen Blick auf die Berge und hindurch verlief ein kleiner Fluss. Dieser Anblick ließ sich hervorragend auf einer der Liegen genießen. Die Inhaberin war zudem unglaublich freundlich. Wir hatten in den letzten Wochen sehr viel Wäsche angehäuft, und sie ließ sie uns ihre Waschküche benutzen.

So kamen wir erst einmal an, genossen den Nachmittag und gingen für ein späten Lunch in eines der schönen Restaurants in der Nähe.

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Am nächsten Tag machten wir uns nach dem besten Frühstück unserer Reise auf dem Weg zum südlichsten Punkt Afrikas. Die Fahrt dauerte rund 1,5 Stunden und war wie immer einfach zu meistern. in Richtung Küste sind die Strecken weniger eindrucksvoll, aber trotzdem schön und abwechslungsreich.

Wir parkten unseren Wagen am Leuchtturm und gingen den Rest der Strecke zu Fuss. Ein breiter Holzweg machte den Fussweg auch mit dem Kinderwagen möglich. Am `Southernmost Point` der von vielen Wissenschaftlern auch als Trennungslinie zwischen dem Indischem und dem Atlantischem Ozean bezeichnet wird, machten wir natürlich auch einen Fotostopp.

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Bevor wir den Heimweg antraten machten wir noch in Struitsbaai halt und bestellten uns Fisch mit Pommes in einem Imbiss. Von diesem Fisch träume ich noch heute. So frisch und so lecker. Selbst Willem verdrückte eine beindruckende Menge davon.

Den nächsten Tag begannen wir früh auf für eine etwas größere Tour. Zunächst fuhren wir nach Suurbraak, eine ehemalige Missionsstation. Das kleine Dorf ist sehr hübsch und ist bestimmt auch sehr schön zu erlaufen, doch da Willem gerade schlief, fuhren wir nur hindurch weiter in Richtung Barrydale. Dorthin kommt man über den Tradouws Pass der wirklich sehr beeindruckend ist. Immer wieder waren wir überwältigt von dieser Vielfalt, die diese Land zu bieten hat.

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In Barrydale machten wir einen ungeplanten längeren Stop. Wir haben uns ein wenig verfahren. Um noch einmal einen genaueren Blick auf die Karte werfen zu können, suchten wir nach einem Platz zum Parken und Aussteigen. Da passierten wir ein Schild mit einer merkwürdig daherkommenden blauen Kuh. Sah zwar wenig verheißungsvoll aus, aber was soll´s. The Blue Cow war aber eine wunderschönes kleines Café an einem Karpfenteich. Wir bestellten uns Kaffee auch wenn unser Frühstück noch nicht allzu lange her war, kamen wir nicht umhin auch wenigsten ein Stück von dem leckeren selbst gebackenen Kuchen zu ordern. Um die Wartezeit zu verkürzen bekamen wir Brot. Nicht zum selber essen, aber um die Karpfen zu füttern. Ein riesen Spass und klein Willem kam nicht mehr aus dem juchzen heraus.

Am Cafe gab es außerdem noch ein kleinen Kramladen mit gebrauchten Büchern, indischen Kaftans und allerlei Klimbim. Gott sei dank hatten wir uns verfahren!

Weiter ging es nun über die R62 über Montag nach Robertson. Auch hier war die Strecke wieder atemberaubend. Die Berge und ihre Gesteinsformationen und zwischendrin immer wieder die Weingüter. Die Strecke war die schönste unserer gesamten Tour. Bei sehr gutem Lunch und einem leckeren Milchshake beschlossen wir nicht am Meer weiter nach Kapstadt zu fahren, sondern die Weinregion noch ein wenig zu erkunden.

So machten wir uns dann am nächsten Tag auf nach Franschhoek, bekannt für seine erstklassigen Weine. Doch der Ort ist sehr viel kleiner als wie zum Beispiel Stellenbosch. Es werden auch noch nicht allzu lange Besuchertouren auf den Weingütern angeboten. Daher geht es hier noch sehr beschaulich zu. Der Ort ist gut zu erlaufen und hat ein paar sehr gute Cafés und Restaurants. Wir blieben in einem sehr schönen Hotel genau zwischen den Weingütern. Das Anwesen war flächenmäßig sehr groß, doch mit nur wenigen Zimmern, sodass es dort noch sehr familiär zu ging. Es gab aber auch einen sehr schönen Pool.

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Wir blieben hier zwei Nächte. Auch hier haben wir übrigens die Erfahrung gemacht, dass es viel günstiger ist, sich vorher zu erkundigen aber nicht zu buchen. Da wir nie Druck hatten sind wir die Unterkünfte immer einfach angefahren, um uns nach freien Zimmern und Raten zu erkundigen. Wir haben immer sehr gute Zimmer zu weitaus niedrigeren Raten bekommen wie z.B. auf Booking.com. Gerade die kleinen Guesthouses und Cottages freuen sich, dass sie nicht commission an den großen blauen Riesen abdrücken müssen.

Nachdem wir den ersten Tag nutzen um uns im Ort umzuschauen, Kaffee zu trinken und ein paar Mitbringsel zu shoppen, ging es am zweiten Tag nach Boschendal. Boschendal ist eines der ältesten Weingüter Südafrikas und ist aber auch sehr gut auf Besucher eingestellt. Es gibt ein kleines Museum, Unterkünfte, Shops und Winetastings, aber auch eine Picknickwiese. Wir wählten letztere Option für unseren Ausflug. Gerne hätten wir natürlich auch an der einen oder anderen Verkostung teilgenommen, aber da das mit Baby doch recht schwer umzusetzen ist, außer man teilt sich auf, kamen wir auch auf unsere Kosten. Trotzdem wir es verpasst hatten einen Picknickkorb vorzubestellen, konnten wir noch einen ergattern und machten es uns auf der Wiese bequem. Man kümmerte sich sehr zuvorkommend aber unaufdringlich um uns. Wir bekamen Decken und Sitzsäcke für den Kleinen aber auch einen hübschen Tisch im Schatten für uns. Der Inhalt des Korbes ließ dann keine Wünsche übrig. Es gab Baguette, Butter und Käse aber auch leckere Salate und Hühnchen. Auch an die Nachspeise wurde gedacht. Wir hatten unsere Probleme alles zu kosten und mussten am Ende doch eine Menge mitnehmen, weil es einfach zu viel war. Mit rund 15€ p.P. war der Preis mehr als angemessen. Wir genossen diesen Nachmittag wirklich sehr.

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Am nächsten Tag ging es weiter zu unserem letzten Stop bevor es uns wieder nach Kapstadt verschlägt. Hermanus. Hermanus ist ein sehr beliebter Badeort der vor allem zur Walsaison Ende August bis September gut besucht ist. Leider sind wir zum falschen Zeitpunkt da, so müssen wir wohl nochmal im September fliegen… hehe. Aber auch ohne Wale ist die Küste sehr schön anzusehen und es gibt schöne Spazierwege an der Brandung entlang. Es lohnt sich auf jeden Fall!

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Leider fühlte ich mich dann am späten Nachmittag nicht mehr fit und wir verbrachten den Rest des Tages in unserer diesen Ferienwohnung. Auch hier waren wir wieder von den Stromausfällen betroffen. Da kann man von Glück sprechen, dass die Südafrikaner so verrückt nach Ihrem Braii – dem Grill – sind. Selbst auf unserem Balkon gab es einen festinstallierten Aussengrill, den wir dann auch ohne Strom bestens nutzen konnten und der uns dann auch trotzdem mit warmem Essen versorgte.

Wir entschlossen uns den Rest der Zeit wieder in Kapstadt zu verbringen. Die Tour hat uns zwar mega gefallen und war auch sehr gut zu managen mit Kind, doch wir mussten uns eingestehen, dass jede Weiterreise einem Umzug glich. All dieses Gepäck! Der Buggy, das Reisebett, das Proviant… das war wirklich sehr anstrengend. Wir hatten bereits auch schon sehr viel auf dem Weg verloren. Es fehlten Mützen, Socken, Spielzeug und ein Ring. Mit jedem weiteren Stopp stieg die Gefahr wieder etwas zu vergessen. Nach zwei Wochen ohne festen Wohnsitz sehnten wir uns danach den Inhalt unseres Koffers mal wieder in einen Schrank einzuräumen.

Also wieder auf nach Kapstadt!

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