5 Wochen Südafrika – Woche 5

Die Arbeit hat mich wieder. Zeit bleibt kaum. Aber das ist ein anderes Thema. Ich bin noch den letzten Bericht schuldig und ich freue mich, wenigstens noch ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen.

Auf ging es nach Kapstadt. Von Hermanus aus ist das wirklich nur ein Katzensprung und ein besonders schöner noch dazu. Die Strecke an der Küste entlang (R44) fand ich fast schöner als den Chapman´s Peak Drive. Ich als Beifahrer war bei dieser Fahrt sehr dankbar für den Linksverkehr. Ich hatte die knapp 1,5 Stunden eine Wahnsinnsaussicht.

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Wir legten bei Bettys Bay einen kurzen Stop ein, um uns die ansässige Pinguin Kollonie anzusehen (Stony Point). Eine absolute Empfehlung! Anders als in Simon´s Town ist dieser Rundweg fast menschenleer. Man kann die Pinguine in Ruhe beobachten und der Eintrittspreis liegt bei umgerechnet ca. 2€ ! Mit ein wenig Glück kommt man ihnen recht nahe und kann schöne Fotos machen. Willem hatte die Strecke bis hierhin mal wieder verschlafen und war dann bester Dinge. Er liebt Tiere und ist immer ganz aufgeregt wenn er welche sieht.

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Für unsere letzte Woche in Kapstadt hatten wir uns ein MINI Apartment gemietet. Da wir in der ersten Woche den Table Mountain National Park ausgelassen hatten, wählten wir als unsere Homebase Noordhoek. Dieses liegt direkt am Chapman´s Peak Drive, hat einen wunderschönen 6 km langen Strand, einige gute Restaurants und Cafes und ein Einkaufszentrum für alle Dinge des täglichen Bedarfs. Mit dem Auto ins Zentrum ist es auch nur eine kurze Fahrt.

Doch zunächst waren wir ein wenig besorgt. Das Apartment stellte sich als viel kleiner heraus, als wie wir es uns vorgestellt hatten. Eigentlich war es nur ein kleines Gartenhäuschen und man konnte nicht ausmachen was Küche und was Badezimmer war. Eigentlich bestand die Küche auch nur aus einer Mikrowelle und einem Kühlschrank. Eine Katastrophe, da wir bislang immer abends, wenn der Kleine im Bett war, gekocht hatten (oder zumindest bestellt…). Es gab im Cottage auch keine Türen. Auf den ersten Blick war es zudem auch nicht besonders kinderfeundlich. Wir beschlossen die Nacht abzuwarten, waren alle müde und hatten nicht die Kraft uns wieder eine andere Unterkunft auf die Schnelle zu suchen.

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Ich bin sehr froh das wir diese Nacht geblieben sind, wie auch alle darauf folgenden Nächte. Wir arrangierten uns. Das Cottage war klein, aber zauberhaft. Es fühlte sich so an als würde uns dieser Ort als Familie noch ein wenig enger zusammenrücken lassen. Willem erkundigte das Cottage ausgelassen und auch wir verliebten uns jeden Tag ein wenig mehr in unsere Unterkunft. Das lag auch an unseren Gastgebern die sich wirklich unsagbar viel Mühe gaben uns glücklich zu machen. Es war immer blitzsauber, abends wurden Kerzen angezündet und es gab frisches Obst, Kaffee und Tee. Sogar um unsere Wäsche wurde sich gekümmert.

Und da es wirklich zu klein war um dort den ganzen Tag zu verbringen, erkundigten wir die Gegend umso mehr.

Unser erster Ausflug war zum Kap der guten Hoffnung. Wir machten uns früh auf den Weg denn wir wollten den Massen einen Schritt vorraus sein. Ob das uns so gelang? Sei dahingestellt, aber es war noch ruhig genug um ein paar schöne Fotos machen zu können und zumindest ein paar Strecken alleine abzufahren.

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Das Foto am Kap war wohl eher obligatorisch, ein Highlight war es mit Sicherheit nicht. Viel schöner ist es, sich dort treiben zu lassen. Gucken wohin einen die Strassen zu führen und immer wieder die Aussicht geniessen. Der Ausblick vom Leuchtturm am Cape Point ist imposant, wurde aber auch eher getrübt von den Mengen an Menschen. Es war leider sehr windig und ich hatte das falsche Schuhwerk an um eine größere Wanderung zu unternehmen. Doch sollten wir eines Tages noch einmal wiederkommen, steht eine Wanderung zu einem der traumhaften Strände auf jeden Fall auf meiner Liste. Man sollte unbedingt Proviant mitnehmen.

Auf dem Rückweg hielten wir in Simon´s Town. Der Ort ist zumeist bekannt durch seine nahe Pinguin Kollonie doch es lohnt sich das Auto abzustellen, um den Hafen zu erkunden und in einem der schönen Restaurants einzukehren.

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Da wir uns bereits vorher schon den Pinguin Trail in Betty´s Bay angeschaut hatten, machten wir hier nur einen kurzen Abstecher zum Strand. Auch hier zahlt man Eintritt, doch es lohnt sich. Der Badestrand ist klein und das Wasser, um es milde auszudrücken schweinekalt, aber mit etwas Glück kann man den Tieren wirklich sehr nah kommen. Oder die Tiere einem selbst. Denn wenn sie keinen Bock haben ,hauen sie einfach ab und man steht da alleine. Wir hatten aber Glück und ein kleiner Zwerg erkundete den Strand und ging mit ein paar Kindern baden. Willem war ganz erstaunt beim Anblick der Pinguine.

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Ein weiterer Ausflug führte uns zum Neighbourgoods Market in der Old Biscuit Mill. Samstags findet auf dem Areal ein sensationeller Wochenmarkt statt. Auch hier lohnt es sich früh zu kommen, da Parkplätze am Nachmittag schon schwerer zu bekommen sind. Es war wirklich voll, aber hier hat es auch wirklich nicht gestört. Es wird gegessen, geshoppt, getrunken und getanzt. Die Auwahl an Köstlichkeiten ist riesig und man sollte auf jeden Fall mit leerem Magen kommen. Für jeden Geschmack ist hier was dabei. Mit vollen Bäuchen bewunderten wir dann noch das Angebot an Kleidung, Schmuck und Accessoires. Viele kleine lokale Designer bieten hier ihre Sachen an und auch wir sind um einiges ärmer wieder gegangen. Für Willem haben wir unter anderem seinen ersten Kita Rucksack gekauft. Ein kleiner Canvas Rucksack mit Lederklappe in Gestalt eines Häschens. Leider waren unsere Koffer schon vorher bedenklich voll und so mussten wir uns doch ein wenig zurück halten, ansonsten wären noch viel mehr Kissenhüllen und Plaids mitgekommen!! Junges Südafrikanisches Design ist einfach der Hit.

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Am nächsten Tag fuhren wir in die nördlichen Vororte. Zunächst steuerten wir den Flohmarkt in Milnerton an. Die Auwahl ist riesig und die Kulisse ein Traum, ebenso die Preise. Denn hier kann man noch echte Schnäppchen machen. Die Berliner Flohmärkte sind mitlerweile ja kaum noch zu bezahlen. Ganz anders hier. Leider war auch hier der Rücktransport unsicher und wir mussten auf so manches Highlight verzichten. Alte Bojen und Rettungsringe gab es hier für umgerechnet ca 10 €. Wir beschränkten uns auf schöne Buchstützen in Form von einem Nashorn und Kaffee. Willem war zum Glück noch nicht alt genug um die Schätze an altem Spielzeug wertzuschätzen. Das hätte uns dann wohl in große Schwierigkeiten gebracht.

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Von Milnerton sind es dann nur noch wenige Fahrminuten zum Bloubergstrand. Von hier hat man einen schönen Panoramablick auf den Tafelberg. Hier verbrachten wir dann den Nachmittag. Wir gingen Essen und spazieren. Sogar Flamingos haben wir gesehen! Auch hier war ich wirklich sehr angetan von den Restaurants. Fast alle hatten einen angrenzenden Spielplatz und über die Hälfte der Tische waren auch von Eltern mit Ihren Kindern besetzt. Es ist so schön wenn es einfach eine Selbstverständlichkeit ist, dass man seine Kinder überall mit hinnehmen kann. Klar war es ein wenig lauter aber auch bunter und lustiger. Es gab keine verkrampften Eltern, die konstant versuchen Tischmanieren durchzusetzten und überprüfende Blicke umherwerfen, nur um sicher zu gehen dass sich niemand gestört fühlt von den eigenen Quälgeistern. So hatten alle eine entspannten Nachmittag!

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Die Zeit raste zum Schluss nur so. Was einem vorher wie eine Ewigkeit vorkam war nun auf einmal schon fast vorbei. Mir kam es so vor als hätten wir nichts gesehen. So viel gab es noch zu entdecken.

Wir fuhren noch die Strände von Hout Bay bis Camps Bay ab und den Chapman´s Peak Drive entlang, doch vielleicht war es auch die Wehmut die mich umgab, besonder gefallen hat es mir nicht. Wir hatten in den 5 Wochen schon so viel Schöneres gesehen. Leider war es an diesem Tag aber auch recht nebelig und dadurch zu kalt um im seichten Wasser zu planschen. Wäre es wärmer gewesen hätten wir uns sicher in den angelegten Tidepools vergnügt.

Auch Bo-Kaap und das District Six Museum besuchten wir noch. Diese waren bestimmt lohnenswert ,doch wir nahmen dort glaube ich schon Abschied. Sehr empfehlen kann ich aber die Tour mit einem der alten Bewohner des District Six.

Auch das Wetter hatte sich verändert. Es war Herbst geworden. Die Blätter fielen und es wurde kühler. Der Sommer war vorrüber und so auch unsere Reise.

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So schlossen wir unsere Reise am schönen Strand von Noordhoek ab. Wir hatten am Vormittag schon gepackt, doch unser Flieger ging erst am Abend. Unsere Gastgeber ließen uns länger bleiben, so hatten wir keinen Stress mit unserem Gepäck und konnten uns dort auch noch ein wenig frisch machen. Das Meer hat eine faszinierende Wirkung auf unseren Kleinen. Er könnte stundenlang auf die Wellen starren. Irgendwann ist er dann auf meinem Arm eingeschlafen. Einfach so.

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Mein Fazit: Urlaub mit Baby ist anders und bestimmt in Teilen auch anstrengender, aber auch schöner! Diese Reise hat uns als Familie noch enger zusammengebracht. Wir konnten uns 5 Wochen lang treiben lassen und nur Dinge unternehmen, die uns Spass bereiteten. Wir mussten keine E-Mails beantworten oder Rechnungen öffnen. Wir haben es noch nicht einmal geschafft Karten nach Hause zu schicken!

Ich wurde auch selbsbewußter in meiner Mutterrolle. Man konnte es Willem ansehen, dass umso weniger er in Watte gepackt wurde, umso mehr Spass hatte er. Ich hörte auf mir konstant Sorgen zu machen. Unsere Koffer waren am Anfang gut gefüllt mit Babynahrung und co. Als diese weg waren, blieb uns nichts anderes übrig als ihm die dortige Auswahl anzubieten. Was soll ich sagen… es hat ihm geschmeckt. Sehr gut sogar. Die großen Namen wie Hipp und Pampers gab es auch in Südafrika in jedem Supermarkt. Wirklich gut waren aber ganz andere!

Südafrika war für uns die perfekte Wahl. Ich würde es immer wieder so machen. Und ich hoffe sehr, dass wir auf das nächste Mal nicht allzu lange warten müssen.

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